Tagesbericht

 

1. Tag (Donnerstag, 15.10.2015)

Heute hieß es erstmal ankommen und sich zurechtfinden.
Also hatten wir zuerst eine knapp vierstündige Autofahrt in den angemieteten Bussen vor uns, die jedoch bis auf ein paar Staus (glücklicherweise) ereignislos verlief. Als wir dann schließlich gegen 17:30 hier in Heiligenhafen ankamen, sah die Wetterlage leider nicht so einladend aus: Es herrschte Windstärke 5-6, der Himmel war von grauen Wolken verschleiert und es regnete leicht. Aber das schreckte uns natürlich nicht ab: Wir verluden die Taschen auf Karren und transportierten sie so zu den vorher zugewiesenen Booten. Bevor alle ihre Kajüten belegen und einrichten konnten, stand eine Bestandsaufnahme vom Schiffsequipment an. Also wurden die Yachten, welche für die nächsten vier Tage sowohl Gefährt als auch Zuhause sein werden, genauestens inspiziert und unter die Lupe genommen. Nach dem anschließenden Einzug zogen jeweils Teile der einzelnen Schiffscrews zum Großeinkauf in den nahegelegenen Discounter los. Der erste Abend war dann anschließend durch Kennenlernen der Boote, die erste warme Mahlzeit unter Deck und gemütliches Beisammensein geprägt.
Hoffen wir also für morgen, den ersten Segeltag, auf ein bisschen besseres Wetter und dass alle Crewmitglieder eine geruhsame Nacht mit viel Schlaf finden, denn morgen wird ein anstrengender Tag!

 

2. Tag (Freitag, 16.10.2015)

Heute sollte also der erste Tag auf dem Wasser sein. Das Wetter wollte allerdings leider immer noch nicht mitspielen und so wurden wir nach dem Aufstehen von leichtem bis mittelstarkem Nieselregen begrüßt. Die Nacht hatten jedoch alle gut und heil überstanden. Also teilten sich die Crews, auf: Ein paar gingen duschen, andere gingen zum nahegelegenen Bäcker die Brötchen für das Frühstück holen und der Rest bereitete unter Deck alles für die erste Mahlzeit des Tages vor. Als dann alle gegen 10 Uhr alles fertig und das aufgeräumt war, ging es los richtig los mit Segeln. Und eigentlich will man ja nur schnell aufs Wasser, doch wie das Sprichwort sagt: Langsam macht sicher und sicher macht schnell. Also ging es zu Allererst los mit der Sicherheitseinweisung und anschließend dem Um- oder beziehungsweise Anziehen der Segel- und Ölklamotten, denn immer noch versprach das Wetter zu unser aller Missfallen keine Besserung und der Regen hatte zwischenzeitlich sogar noch einmal zugenommen. Das einzig Positive war, dass der Wind während des Ablegemanövers anstatt der prognostizierten 2 zumindest 4 Windstärken. So waren die Yachten auch relativ schnell unterwegs, als wir nach dem Verlassen des Hafenbeckens unter Motor selbigen Abschalteten und Segel setzten. Auf See durfte jeder Mal ans Ruder, um das Boot für die morgen anliegende Regatta kennenzulernen. Allerdings musste unsere Flottille gegen kurz nach 2 Uhr schon wieder Heiligenhafen anlaufen, da zwei Kinder an Seekrankheit litten und von Übelkeit und anderen unangenehmen Symptomen geplagt wurden. Nach dem Anlegemanöver ging es primär darum, die größtenteils vollkommen durchnässten Klamotten unter Deck zum Trocknen aufzuhängen. Anschließend wurde noch eine Kleinigkeit gegessen, der morgige Tag wurde geplant. Auf 19:00 ging es dann für alle zur offiziellen Begrüßung des Veranstalters und anschließend stand das erste Abendessen im Festzelt, welches vom Veranstalter gesponsert wurde, an.
Heute achteten alle Skipper darauf, ihre Crews so schnell wie möglich in die Kojen zu kriegen, denn morgen ist Wettkampftag und da das Skipper-Meeting schon um 8 Uhr ist, heißt es auch wieder früh aufstehen.

Wir wünschen allen eine erholsame Nacht und morgen viel Spaß bei der wahrscheinlich sehr spannenden Wettfahrt!

 

 

 

 

3. Tag (Samstag, 17.10.2015)

Heute war also der große Tag. Die Regatta, für die wir alle hergekommen waren, stand heute an. Also standen alle früh auf und machten sich direkt zum Auslaufen fertig: Nach dem Frühstück begaben sich die Skipper inklusive Co-Skipper zum finalen Skipper-Meeting, die Crew kümmerte sich um das Vorbereiten des Schiffes und gegen kurz nach neun Uhr zog sich eine Kolonne von Yachten aus dem Heiligenhafener Hafen.
Die Regatta startete um 10:30 und schon 10 Minuten vor dem Startschuss tummelten sich alle 52 teilnehmenden Boote hinter der direkten Linie zwischen einer Boje und dem Boot der Rennleitung, welche die Startlinie symbolisierte. Als man dann über Funk den fünf-Minuten-Countdown anzählte, wurde es allmählich ernst. Und beim Startschuss herrschte schließlich höchste Konzentration. Zwei Wenden und eine Halse später fuhren die Yachten schon wieder über die Ziellinie und man machte sich bereit für die zweite Runde, welche 20 Minuten später begann. Dieser Durchlauf war aufgrund der schlechter gewordenen Wetterverhältnisse (der Wind hatte nachgelassen und Regen setzte langsam ein) und der schon stark vorangeschrittenen Zeit auf die Hälfte der eigentlich angedachten Strecke verkürzt, sodass die Boote schon um kurz nach halb fünf über die finale Ziellinie. Da sich das Wetter nicht besserte, sondern im Gegenteil auch noch dichter Nebel aufkam, schmissen die meisten Crews die Motoren an und fuhren auf direktem Kurs Richtung Heimathafen.
Angekommen in den Boxen wurden die Schiffe wieder aufgeräumt, es war ein langer, harter Wettkampf gewesen, und alles machte sich für das um 20:00 anstehende, letzte gemeinsame Abendessen bereit. Im Anschluss daran fand auch gleich schon die Siegerehrung statt.

So klangen der Abend und damit auch die Regatta stilvoll aus.
Morgen stehen dann nur noch das „Absegeln“, Auftanken und Aufräumen der Schiffe an.


Sollte morgen kein Blogeintrag mehr kommen, verabschiede ich mich hiermit und wünsche allen immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!
Mast- und Schotbruch,
Jonathan Hofmann

 

Sonntag 18.10.2015:



   
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